Koning Keizer Admiraal 2004
  
Wohl jeder, der sich in gewisser Weise für Radioempfang interessiert kennt wohl auch den "stärksten Piratensender aller Zeiten" (was zwar nicht ganz stimmt, aber trotzdem spektakulär klingt ;-)) Koning Keizer Admiraal aus dem Jahr 2004, daher ist das Ganze inzwischen fast schon legendär:
Der Sender sendete in der Zeit vom 9.-11.12.2004, und schaffte es selbst hier in 100 km Entfernung den vom Teutoburger Wald auf 97,0 MHz ausgestrahlten Sender WDR 3 wegzudrücken.
Piratensender hier zu empfangen ist an sich nicht so etwas besonderes, wenn man die Frequenzen kennt kann man hier durchaus öfter welche empfangen. Nur auf 97,0 MHz, die zwar von vielen Piraten genutzt wird, ist hier eigentlich immer WDR3 völliger Ortssender, da der Sender Teutoburger Wald nur 44 km von hier entfernt liegt.
Eine Besonderheit von KKA war der Standort, denn die Technik stand direkt an der Grenze zwischen den Niederlanden und Deutschland, so dass ein Teil der Technik auf deutschem und der andere Teil auf niederländischem Gebiet stand.
Da wohl das "entscheidende" auf deutschem Gebiet stand, war die Agentschap Telecom (niederl. Peilbehörde) zunächst nicht in der Lage, den Sender stillzulegen, was allerdings später durch die deutsche Bundesnetzagentur doch noch geschah.
Das Ganze fand auf dem Grenzgebiet zwischen Gildehaus in Deutschland und Beuningen in den Niederlanden statt.

Erstaunt war ich dann, als ich im Internet Fotos des Mastes gefunden habe, denn der war um 100 Meter hoch!
Dass Masten in der Größenordnung von rund 70 Meter häufiger genutzt werden war mir zwar bekannt, aber 100 Meter, das gab es vorher wohl noch nicht...
Der genutzte Sender war ein professioneller Rohde & Schwarz Sender, welcher um 10 kW lieferte.
Im Zusammenspiel mit den 8 Dipolen am Masten wurden daraus mit Sicherheit um 100 kW ERP, und somit war der Sender technisch identisch mit vielen "richtigen" Grundnetzsendern.
Die extrem hohe Reichweite ist aber nicht nur auf diese Technik zurückzuführen, denn wie es der Zufall wollte, herschten zu der Zeit, als der Sender sendete sehr starke Tropo-Überreichweiten.
Es gab angeblich sogar Empfangsberichte aus Dänemark, Belgien, Frankreich, England (London) und Italien!
Ohne diese Überreichweiten wäre die Reichweite zwar auch hoch, aber sicher nicht so hoch gewesen.
Das aber 150 km problemlos ohne Überreichweiten funktionieren können, kann man jeden Sommer bei Piratenteam De Lutte sehen, denn die senden mit dem gleichen Masten und dem gleichen Sender...
Die "Combinatie" KKA bestand übrigens aus den Piratenteams "Vrij Twente, Studio Twentekanaal, Club Vrijheid & Blijheid und Piratenteam De Lutte".
Die Masthöhe wurde inzwischen übrigens noch einmal überschritten: Im Dezember 2006 sendete das "Tukkerteam" mit einem 116 Meter hohen Mast mit 16 Antennen.
 
 
 

Fotos von Edwin Beijer